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Der Initiator von Memoria Klaus Selck, Geschäftsführer des Bestattungsinstituts Johannes Selck, begründete seine Initiative zur Gründung von Memoria in seiner Eröffnungsansprache am 12. September 2000 wie folgt: Als ich vor 25 Jahren in das Bestattungsinstitut Selck eintrat, fand ich ein noch weitgehend intaktes Verhältnis der Bevölkerung zu Tod und Sterben vor. Es wurde grundsätzlich für den Verstorbenen eine Trauerfeier durchgeführt. Der Abschied am offenen Sarg war die Regel. Man wusste, was man zu tun hatte, wenn jemand gestorben war. Es gab keine Scheu aufeinander zuzugehen und sich in Familie und Nachbarschaft gegenseitig zu stützen. Dies hat sich im Laufe der Jahre drastisch verändert. Mit dem Anwachsen der Konsum- Gesellschaft, dem steigenden Einfluss der Massenmedien, insbesondere des Fernsehens, das in seiner Werbung ewige Jugend suggeriert, und durch Individualisierungstendenzen in unserer Gesellschaft, wurde das Thema Tod und Sterben zum Tabu. Hinzu kam der medizinische Fortschritt, der häufig auch für früher ausweglose Situationen Heilmöglichkeiten verheißt. So wurde nach und nach von vielen der Gedanke an das Unausweichliche des Einmal-Sterben-Müssens verdrängt. Dies hat dazu geführt, dass viele dem Tod innerlich völlig unvorbereitet gegenüber stehen. Der wachsenden Hilflosigkeit im Umgang mit Tod und Sterben standen damals nur wenige kompetente und in der Trauerarbeit ausgebildete Seelsorger und Therapeuten gegenüber. Unter sachkundiger Leitung arbeitende Selbsthilfegruppen für Trauernde existierten lange Zeit nicht. Meine Mitarbeiter und ich und viele meiner Kollegen haben daher versucht, diese Lücke durch Begleitung der Angehörigen auch über die eigentliche Bestattung hinaus zu füllen. Wir haben lernen müssen, mit den unterschiedlichen Reaktionen Trauernder umzugehen. Dies ist uns - zumindest in der ersten Trauerphase - auch fast immer gelungen. Dennoch reichten diese Hilfen häufig nicht aus. Für viele Betroffene ist eine Begleitung über einen längeren, nicht vorherbestimmbaren Zeitraum hinaus, erforderlich......... Vorläufer von Memoria war der ebenfalls von Klaus Selck und Hartmut Kühl initiierte Verein für kooperative Trauerarbeit in Neumünster. Um die Trauerarbeit auf eine breitere Basis zu stellen und allen Betroffenen zugänglich zu machen, wurde Memoria, die Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung kooperativer Trauerarbeit in Neumünster, gegründet. Heute hält Memoria ein vielfältiges Angebot für alle Menschen bereit, die in ihrer Trauer nicht allein gelassen sein wollen. Darüber hinaus bietet Memoria Seminare und Fortbildungsveranstaltungen an. |